N°1 _ Der Inhalt

des Magazins beträgt ein Maß an Dingen, von Worten ist die Rede, und über Kunst wird nicht gesprochen. Die Zeit ist eins, Kunst etwas anderes, die Liebe ein beliebtes Gluon, neutral die Sicht für das Dreihaftige.
Wir gehen gemeinsam bis zur Sieben, verweilen kaum in Eile, genießen langsam die Schnelligkeit und vergnügen uns mit dem Lassen.
Überflüssig der Saft und die Moderne. Geplant ist ein volles Magazin, gefüllt aus dem Rausch der Dinge, um Sie selbst zu bewegen und gemeinsam inne zu halten. Genießen Sie den Kaffee im Taxi, ich bin überaus und überrascht hier geblieben, so sehen wir uns statt fortzutreiben.

Liebe Gesellschaft, hier nun die Rede von Michael Perlbach, die er am Abend beinahe und vollständig vortrug, so daß wir jene Vorstellung in ihrer Ganzheit erfassen, der schöne Text:

Naja

Es ist denn doch schon recht schwierig und um die Zeit der Abenddämmerung, wenn für gewöhnlich die Zikaden aufgespießt und über dem Lagerfeuer gebraten werden – und eher eigentlich sogar unmöglich, dahinein einzuleiten wovon zu sprechen mir auferlegt ward. Falls man nun die eingangs erwähnten Insekten im Kross- und Garzustand zu verspeisen beabsichtigt, so erachtet der Volksmund Aprikosenmarmelade als angemessene Beilage, was allerdings und auch ansonsten mit unserem Thema – und ich unterstelle, dass es hier um unser Thema geht – nichts zu tun hat.

Es ist also nicht unnötig, die Frage erneut, wenn auch vielleicht irgendwie anders aufzuwerfen, um das, was uns beschäftigt, verhältnismäßig in den Griff – und zwar zu bekommen. Da wirs also müssen, fragen wir: Ja und?
Im Stellen der Frage, im Fragen des Fragenden, welches wir je selbst sein mögen, sofern uns keiner davon abhält, leuchtet inwändig existenzielle Ausweglosigkeit auf – ist es doch eine Frage, die aus dem Innersten unserer Seelentiefe aufsteigt – und deren Evidenz sich etwa in schmerzhafter Klarheit offenbart wenn wir einen Backstein quer im Mund haben – hier die wichtige Ergänzung, dass die Artikulation der Frage sich in diesem Fall auf „A-U“ beschränken wird. Die schlichtwegige Unübersetzbarkeit des semantischen Gehaltes der Frage in weitere Sprachen unter dieser problematischen Randbedingung wurde schließlich mehr oder weniger schlüssig in dem Traktat „das Vertikale im Horizontalen“ des Niederländers Yeti Kazrankowitsch dargelegt. Im Anschluss daran gelangen noch weitere ähnlich gelagerte Beweisführungen für die Situation, dass ein Menschenfuß (im Extremfall sogar der eigene) in einer Metallpresse steckt, sowie, dass sich ein deutscher Schäferhund in unseren Bauchnabel verbissen hat. Die Philosophin Gnosis Akaba konnte kürzlich sogar nachweisen, dass die Frage tatsächlich unter einem Umstand aufscheint, der lange Zeit als unlösbar problematisch galt: Nämlich dann, wenn, kurz zusammengefasst, sich das Lammkotelett, das wir just zu verspeisen gedachten, als Nuklearsprengsatz entpuppt.

Hier halten wir inne.
Und schon geht es weiter: Wie das Wasser in der Leitung, wie es der Kuckuck vom Strommast kreischt und Colibakterien die Darmflora bewimmeln durchströmt einen jeden von uns die Gewissheit mit erschreckender Klarheit, dass wir in irgendeiner Form von Drinstecken immer drin stecken. Und da ist es gewiss gut, auch nicht ungünstig und obendrein beruhigend, zu den Quellen zurückzukehren – stolpernd in das Sein des Seins zu stammeln, den Vorhang des Beginnens allen Anfangens zu heben und letztlich zu hoffen, dass sich dahinter zum Wenigsten nicht bloß ein abgekauter Apfel verbirgt.
Wir alle wissen, dass die Wüste Gobi viele Orte hat – schwer ists, zu ignorieren, dass mancherorts Skorpionöses Getier seinen Weg durch sandige Weiten in beschatteteres Gefilde sucht. Die Hitze dort ist gewaltig und allzu wenig Fruchtbarkeit lauert im Boden – dennoch sprießt, all dessen zum Trotz, hier, da und auch dort jeweils eine Oase. Der kundige Hörer wird bereits zu wissen glauben, weshalb wir das fokussierte Merk unserer Augen auf einen derart verödeten Erdenplatz richten. Dem Unwissenden muss es jedoch gesagt werden, gesagt werden muss ihm, das hier eine geboren ward, auf welche die Rede unvermeidlich zusteuern wird, ein Mensch gar, unvergleichlich wie kein zweiter – doch bevor ich ins Schwärmen gerate: Wenig bleibt zu sagen und viel zu erzählen! Zur Welt kam jene, einem gänzlich unbekannten Mutterleibe entstieg sie am fünfzehnten Jänner des Jahres Achzehnhundertvierundsiebzig in der Tageszeit zwischen dem Zikadenrösten und dem Sonnenuntergange. Als ihre Geburt an ihr Ende gelangt war, hatte die Nacht sich bereits in beträchtliche Höhe geschoben so dass es ihr initial nicht vergönnt war, viel von dem Licht der Welt zu erblicken. Dies holte sie jedoch flugs im Verlauf der anbrechenden Morgendämmerung nach. Es war nicht zu verleugnen: Sie war da, ins Dasein geschlüpft auf einer Oase am rechten oberen Rand bereits erwähnter besandeten

Großfläche. Über die ersten zehn Jahre ihres Lebens ist uns herzlich wenig bekannt. Unter den Jurtenmenschen jener Gegend kursieren jedoch einige Mythen über ihre Jugend. Wenngleich der Wahrheitsgehalt jener Weitergaben anzuzweifeln man jedes Recht an sich zu reißen beanspruchen darf, so ergibt sich in deren Summe, dass sie bereits in frühester Jugend alle Eigenschaften einer hyperintelligenten Nervensäge besessen haben muss. So soll, einer Erzählung unter Schamanen zufolge, sie ihre Mutter dereinst mit folgender Frage belästigt haben: „Mama – gibt es eigentlich ein anderes Wort für Synonym?“

Dann aber taucht sie in einem Vorort von Kairo wieder auf und macht sofort von sich reden. Als ein Mädelchen von mal gerade so zehn Jahren verblüfft sie alle: Archäologen, Schriftgelehrte, Mathematiker, Glasbläser und Pyramidenputzer durch ihre überragende Findigkeit und Intelligenz. Man raunte sich zu, dass sie so auf derart genialische Weise knapp zu argumentieren verstand, dass in vielen Fällen ein einziges Wort ausreichte, den Gegner intellektuell zu zermalmen. So wird berichtet, dass sie eines sehr frühen Morgens dem Muezzin der Alabastermoschee auflauerte und ihm unvermittelt das Wort „HOLISMUS“ ins erschreckte Gesicht brüllte – mit der Konsequenz, dass dieser nicht nur an jenem Morgen seinen Job nicht verrichtete sondern auch in der Folge in tiefes Nachdenken versank und schließlich einige Wochen später verarmt und vergrübelt verstarb. Nicht zuletzt die Skarabäusbäcker, Zikadenröster und Fischbräter waren maßlos erstaunt von ihrem geradezu legendären Appetit und von eben jenen bekam sie dann auch den ersten Namen unter dem sie der Geschichtsschreibung bekannt wird: Schacht Scharlach al Schlachtplatte Ibn Calamar.
In jene Kairoer Zeit fällt auch eine ganze Reihe von technischen Erfindungen, die sie jedoch mangels Unverständnis ihrer Zeitgenossen nicht realisieren konnte. In der Tat war alles, was sie ersann ihrer Zeit voraus, manchmal sogar darüber, vielfach auch daneben. Es ist bekannt, dass sie eine Maschine konstruierte, die abgehackte Hände zu Schweinefutter verarbeitete – wobei sie in ihrer genialischen Zerstreutheit offenbar vergaß, dass der Großteil der Einwohner Kairos Muselmanen waren und demzufolge mit Schweinefleisch, salopp ausgedrückt „Wenig am Hute hatten“. Immerhin muss man aber bedenken: Sie war zu jener Zeit knapp elf Jahre alt, fast noch ein Kind. Und schließlich: Machen wir nicht alle mal Fehler? Wollte sie uns durch diese absurde Erfindung nicht demonstrieren, wie oft wir Menschenskinder uns ins technische Erwägen unversehens absichtslos hineinversenken, ins Planen, Tüfteln, Gebastele, Gefummele, Gefrickele, Geschraube, Genagele, wie wir uns gänzlich selbstvergessen in den Einbau von Solarzellen vertiefen, in blindwütigem Schaffensansporn etwas ins Werk setzen, von dem wir eigentlich wenig Ahnung haben was es letztlich ist, einen Moloch gar, unkontrollierbar, ja, geradezu eine Monstrosität?
Wahrscheinlich nicht, aber wir sollten uns eines allzu schnell gefällten vorschnellen Urteils enthalten – immerhin geht es ja um SIE.
Anderes was sie erfand war jedoch weitaus ausgereifter. Es sei noch in gebotener Kürze zu nennen, was uns erhalten geblieben ist: Eine Vorrichtung zum Chiffrieren von Hieroglyphen, einen computergesteuerten Eselskarren und eine Socke die gleichzeitig als Rasierapparat verwendet werden kann.
Ihre erste theoretische Arbeit verfertigt sie auf dem Gebiet der Mathematik: Sie findet eine Methode mit der man verschiedene Kreise voneinander unterscheiden kann.
In einer Umgebung, die nur aus Unverständigen besteht, hat das Genie selten Ruhe. Von Neidern und Ignoranten bedroht muss es beständig um seinen Fortbestand fürchten. So kam es, wie es kommen musste: Nachdem sie durch ein selbstgeschaffenes künstlich lokal begrenztes Erdbeben die Altstadt von Kairo in Schutt und Asche gelegt hatte, verjagten die undankbaren Kairoer sie mit Hieben, Steinwürfen, sowie Schimpf und Schande aus ihrer Stadt und erklärten sie nach derart herbeigeführter Abwesenheit zur nicht erwähnenswerten Person – was, in unsere abendländischen Wertmaßstäbe

übertragen, dem Status eines Pappkartons mittlerer Größe entsprach und aus unserer heutigen Perspektive nur als eine selten dämliche historische Fehleinschätzung bezeichnet werden darf. Nicht nur darf, sondern muss. Nunmehr siebzehn Jahre alt geworden trat sie an, was nach zeitgenössischer Lehrmeinung als „große Odyssee“ bezeichnet wird. Sie durchquerte zunächst den arabischen Raum, besuchte in schneller Folge Grönland, Madagaskar, die Kanadische Stadt Ontario, fertigte in Sydney eine Skulptur an und und aß schließlich in Nancy zu Abend. Nachdem sie in Europa angelangt war, besuchte sie in den folgenden sechs Wochen die führenden Universitäten: Padua, Sorbonne, Prag, Oxford, Berlin. Sie absolvierte insgesamt 53 Studiengänge und verließ den Europäischen Kontinent mit einer Schiffsladung Bücher und 19 Doktortiteln in der Tasche. Zurück blieb der erste Weltkrieg.

Ihr Ziel war: Afrika. Afrika! Geheimnisvoller Kontinent, der „dunkle Erdteil“ genannt, immer noch so gut wie unbekannt, mit Steppenland geschlagen, urwaldbebüschelt, dank seiner Nähe zum Äquator gut geheizt und obendrein auch durch merkwürdige einheimische Stämme und ebenso seltsamen, jedoch nicht einheimischen Kolonisatoren aus aller Herren Länder besiedelt, Heimstatt des Kilimandscharo, Bewahrerin vergangener Königreiche – oh ja! Nur dieser Teil unseres Erdballs konnte für sie in Betracht kommen, hier sollte sich ihr Leben erfüllen. Und so schleppte sie sich und ihr Gepäck in den Westteil des Senegal, baute aus Zebramist eine dreistöckige Villa, lernte die Sprache des Nachbarstammes (der Gnibillissi) und nahm die schwarze Hautfarbe an. Hier also, unbeeinflusst von aller Zivilisation, so weit ab von jedem elektrischen Licht, dampfgetriebenen Büchsenöffnern, mit der Gatling ausgetragenen Scharmützeln, Nachwahlen und Drehorgeln, die die „Internationale“ in irgendeine eisige Nachtluft plärrten, ganz allein mit ihren weitreichenden Erfahrungen, höchstfliegenden Gedanken und sehr persönlichen Neurosen, begann ihr philosophisches Werk zu gedeihen. Sie lebte vorerst unter dem Pseudonym „Simone de G-Dot“ – doch bald schon hatte sich unvermeidlicherweise ihr Ruf als genialische Weise über alle Maßen verbreitet und vom Kap bis zu den Berbern Marokkos flüsterte man sich fortan den Namen zu, der ihr von den Gnibillissi gegeben worden war: (klack)‘N‘Dsachema‘dblibi‘Kalanga‘Klunker was soviel bedeutet wie: Dieda-welche-hyperbelförmig-einen-Hasen-auf-einen-Berg-schleppt-aber- warum-macht-sie-das-nur. Dies nun ist der Name unter dem sie auch der heutigen Fachwelt noch bestens bekannt ist. Im Laufe der nun folgenden sechsundzwanzig Jahre schrieb sie mehrere Gedichtbände. Für ihr Epos „Kairo, oh Kairo“ erhielt sie den Pulitzerpreis. Man kann dies durchaus mit Fug und Recht die erste Phase ihres Schaffens nennen. Sie schließt ab mit dem achtbändigen Werk „Metaphysik des Termitenbaus“ und der Kurzgeschichte „Es gibt nichts Schöneres als ein Wochenende auf dem Malediven“. Die „Metaphysik des Termitenbaus“ wurde, wie ja hinlänglich bekannt, drei Jahre später verfilmt.

Dann aber brach der Strom ihres Schrifttums unvermittelt ab, ohne dass eine äußere Ursache dafür auszumachen gewesen wäre. Jahre des Schweigens und der fast vollkommenen Zurückgezogenheit folgten. Es wurde derart still um sie, dass die Welt sich zu fragen begann ob es sie wirklich je gegeben hatte. Diese Zeit der an doch so vielen besorgten Gemütern nagenden Ungewissheit kam zu einem Ende, als sie 1938 ein Interview mit einem Reporter des LIVE Magazins zuließ. Auf die Frage nun, was mit ihr sei und wie es ihr denn gehe, erwiderte sie: „I kam und sah. Was ich erwartete, erfüllte sich nicht. Und was sich erfüllte, entsprach nicht meinen Erwartungen. Jetzt bin ich traurig für viele Welten, auch die Unsere. Etwas läuft schief – wir sollten aufpassen.“ Auf die Frage, ob sie denn wieder zu schreiben beabsichtige, antwortete sie vieldeutig und rätselhaft: „Ja“.

Und schon zwei Stunden nach dem Interview erschien das Werk, das sie zur größten Denkerin aller Zeiten machen sollte. Es sollte auch ihr letztes Werk werden, denn sie starb eine Woche nach dessen Veröffentlichung an verdorbenem Zikadenfleisch.

Das Werk nun, ein dünnes Bändchen von knapp siebenundfünzig Seiten trägt den Titel „Das Ziel und der Weg“ und soll nun, in wie es sich von selbst versteht gebotener Kürze vorgestellt werden. Die Fachwelt ist sich unbestritten darüber einig, dass dieses Werk den bedeutendsten Beitrag zur Kosmologie seit dem Gilgamesh-Epos liefert. Es ist ein Werk von hohem extrapolativ-prognostischem Impetus, wobei es gleichzeitig eine Verschmelzung von konzentriert logischer Spekulation mit senegalesischem Lokalkolorit auf höchstem Niveau darstellt. Beim Lesen glaubt man förmlich Nashorngetrappel zu hören, Giraffenschweiß zu riechen und Zebrastreifen zu sehen. Das Werk zu lesen sei, wie ein Kritiker bemerkte, als „brülle einen die Steppe an“.

Worum nun also geht es in dem Werk?
Lassen wir zur Einführung einmal die Autorin selbst zu Wort kommen:
„Wenn wir die Philosophie der Zeitalter in Augenschein nehmen,“ so schreibt sie im Vorwort, „so entdecken wir in allen bisherigen philosophischen Werken ein gehöriges Defizit. So vieles gab die Philosophie dem Menschen, so viele Gedanken hat sie dem Menschen vermittelt und ihm ermöglicht, sich anzueignen. Und dennoch, zu allen Zeiten, wurde stets eine Frage ausgeklammert: WAS IST GRONF? Was bedeutet es? Wo kommt es her – wo geht es hin? Es ist nun nicht so, dass die Frage nach dem Gronf zu irgendeinem Zeitpunkt der Philosphiegeschichte thematisiert und als nicht beantwortbar zurückgewiesen wurde, nein – das Manko reicht viel weiter und tiefer: Zu keiner Zeit wurde die Frage überhaupt gestellt. So offensichtlich problematisch war die Frage nach dem Gronf, dass man es noch nicht einmal zur Sprache brachte. Hier durchzieht ein großes Schweigen die Philosophie. Doch es hilft nichts: Wir müssen das Schweigen brechen, förmlich aufbrechen müssen wir es und dem Gronf endlich den ihm gemäßen Ort im Denken zuweisen.“
Soviel nun die Meisterin selbst. Ich gebe nun, da wir uns dem Ende des Vortrages nähern, eine kurze Zusammenfassung der philosophischen Thesen von „Das Ziel und der Weg“ – der Hinweis darf jedoch nicht fehlen, dass eine Zusammenfassung natürlich und der Sache gemäß der Vollständigkeit und argumentativen Feinheit des Originaltextes entbehrt. Der Redner verleiht hier der Hoffnung Ausdruck, dass seine Ausführungen vielleicht den einen oder anderen zum Selbststudium dieses philosophischen Meisterstücks motivieren mögen. Nun also:

Die Welt, so die Autorin, hatte einen Anfang. Und vor dem Anfang war nichts. Wohin man schaute: Nichts. Oben nichts, unten nichts, rechts, links, innen wie außen: Nichts, nichts und nochmal nichts. Definitiv signifikant deutlich weniger als etwas. Dann aber, als wir kurz mal abgelenkt nicht so genau hinschauen, macht es GRONF und schon ist etwas da. Hier haben wir den existenziellen Anfangspunkt: Das Nichts wird durch GRONF gepiesackt. Einander umschleichen sie, sie nähern sich, umschlingen einander eher widerwillig und daraus entsteht das erste Grundsätzliche überhaupt. Einige Zuhörer mögen es bereits erraten haben: Richtig, es ist – das Siebeneck. In schneller Folge entsteht nun das Universum wie wir es kennen und mehr oder weniger lieben: Es treibt sich der Granit hervor, Staubkörner rieseln, binden Gronf an sich und verteilen es. Anschließend erscheinen in polymorpher Verknüpfung Pampasgräser, Stuhlbeine, Sonnenflecken und Riesenwarane. Dann bilden sich das Ding und sein Ausgleich, das Unding heraus. Nun wachsen und erblühen die Alufolie, das Geschirrtuch, Azalee und Orchidee, woraus dann, nach der Trennung vom Orch die Idee wird. Danach gibt es einen Raumzeit-Warp und der Neandertaler ist da. Die auf diese Wese inaugrurierte menschliche Geschichte nimmt ihren Lauf. „Und all das, „ so die Autorin, „haben wir GRONF zu verdanken. Wie sollten wir es nicht erkennen?“ Soweit gekommen, bleiben nun noch einige Fragen: Wo aber geht all das hin? Was ist der Sinn des Ganzen? Wo mag das Ziel liegen?

Ein letztes Mal nun lassen wir dazu die Meisterin sich äußern:

„Wie wird die Zukunft beschaffen sein? Die Antwort selbst liegt in einer Analyse des GRONF: Das GRONF ist der Beginn und das GRONF zeigt das Ziel. Die menschliche Geschichte entwickelt sich seit jeher auf dieses Ziel zu, auf diesen einen und besonderen Höhepunkt: Es wird dereinst einer erscheinen und er wird reden von mir und meinem Werk und er wird von dem künden, worin sich unser aller Schicksel erfüllt. Sein Name wird mit M anfangen und mit ichael Perlbach aufhören. Mit seiner gepressten Stimme wird er meine Geschichte erzählen und meine Worte verlauten und es wird der Tag sein des 29. März 2018 und all dies wird geschehen in einer Stadt namens Hamburg, in welcher man nie die Sonne sieht. In einer der Straßen dieser Stadt, vom Pöbel schlicht mit „Karolinenstraße“ betitelt, in einem Haus dieser Straße welches mit der laufenden Nummer 25 adressiert ist, wird gezeigt werden ein Schrifttum welches da heißt „das Magazin der Künste“, welches geschaffen ward von der Umsetzerin des Schicksals eben jener, der die Elternmenschen Oelker den Namen Tina in einer gewissen Weise gaben – und indem dieses Zeigen verkündet wird durch den, der es verkündet und es anschließend so geschehen wird wie von dem verlautet was ich verkünde, wird die Geschichte der Welt am Ziel angelangt sein. Und eine neue Geschichte mag dann anfangen.“

Soviel nun dazu. Wenn wir also nun mal ein Schlückchen zu uns nehmen, können wir eigentlich nicht so falsch liegen.

Michael Perlbach _ Gesellschaftsabend N° 5 _ Hamburg, 29. März 2018

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